Industrieverband plädiert für bundesweit einheitliche Anwendung der RKI-Quarantäneempfehlungen / Mangelnde Koordination auf Länderebene schafft Unsicherheit und belastet Unternehmen in der Krise zusätzlich
Im Vorfeld der morgigen Bund-Länder-Gespräche zu neuen Corona-Schutzmaßnahmen fordert der Deutsche Industrieverband SPECTARIS eine bundesweit einheitliche Anwendung der Quarantäneempfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Demnach kann für Reiserückkehrer bereits frühestens fünf Tage nach der Einreise die Quarantänepflicht durch ein negatives Testergebnis vorzeitig beendet werden. Schnelle Testverfahren wie Antigen-Tests bieten in solchen Fällen einen direkten Nachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 und werden grundsätzlich aus allen Ländern anerkannt, sofern sie die von der Weltgesundheitsorgansiation WHO empfohlenen Mindestkriterien für die Güte von SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltests erfüllen. SPECTARIS empfiehlt eine ans RKI angelehnte Umsetzung durch die Gesundheitsämter, um einem regulatorischen Flickenteppich in Deutschland entgegenzuwirken. Bisher wenden die Gesundheitsämter diese Empfehlungen sehr unterschiedlich an.
Gerade die stark exportabhängigen Unternehmen aus Hightech-Branchen wie der Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik sind mit großer Planungsunsicherheit konfrontiert, wenn es um notwendige Geschäftsreisen und Arbeitseinsätze geht: „Die Wahl zwischen verlorenen Aufträgen oder verringerter Personalkapazität ist für das Export- und Projektgeschäft deutscher Industrieunternehmen nicht hilfreich. Die Möglichkeit einer Quarantäneverkürzung durch sichere Schnelltests und bundesweit einheitliche Standards wären daher eine wichtige Entlastung. Dies gilt insbesondere für Unternehmen mit mehreren Standorten in Deutschland. Mit den RKI-Empfehlungen liegt eine entsprechende Maßgabe bereits vor“, erklärt SPECTARIS-Geschäftsführer Jörg Mayer.
Dass es regulative Klarheit braucht, zeigen vermehrt Stimmen auf Bundesebene: Gesundheitsminister Jens Spahn kündigte im November bereits den Bedarf zur Vereinheitlichung bei der Arbeit der Gesundheitsämter an. In einem Anfang Dezember veröffentlichten Positionspapier fordert außerdem die SPD-Bundestagsfraktion eine umfassende Neuausrichtung und Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD). Die dabei vorgesehene Erweiterung der Bundeskompetenzen des ÖGD zielt auf eine weiterreichende Beteiligung des Bundes an der medizinischen Gesundheitsversorgung ab, um den bestehenden Flickenteppich an Regelungen zu verhindern.




