Post-Brexit-Deal: SPECTARIS-Branchen erwarten erheblichen Bürokratie-Mehraufwand

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Neues Freihandelsabkommen federt schlimmste wirtschaftliche Befürchtungen eines „No-Deal“ Szenarios ab, ließ deutschen Hightech- Unternehmen jedoch wenig Zeit zur Vorbereitung vor Ablauf der Übergangsphase / Handel mit Gütern und Dienstleistungen über den Kanal wird für viele Unternehmen schwieriger und teurer

Vollzug in letzter Minute: Der Weg für das Kooperationsabkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union ist frei. Das britische Staatsoberhaupt Königin Elizabeth II. stimmte dem Ratifizierungsgesetz in der Nacht zum Donnerstag zu und setzte es somit in Kraft. Mit dem Abkommen wurde ein harter wirtschaftlicher Bruch verhindert, bevor das Vereinigte Königreich in der Nacht zum 1. Januar 2021 endgültig aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion ausgetreten war. Das Abkommen betrifft nicht nur den Warenverkehr, sondern auch Bereiche wie Staatssubventionen, Energie und Nachhaltigkeit, Luft- und Straßenverkehr oder soziale Sicherung. Die Prüfung durch das Europäische Parlament erfolgt im neuen Jahr. Nach seiner Zustimmung kann das Abkommen ratifiziert und dauerhaft angewendet werden.

Das knapp 1.250 Seiten starke Handels- und Kooperationsabkommen begründet eine umfassende Wirtschaftspartnerschaft, beruhend auf einem Freihandelsabkommen. Und die gute Nachricht zuerst: Es werden auch in Zukunft weder Zölle noch Quoten oder mengenmäßige Beschränkungen für den Warenimport ins Vereinigte Königreich anfallen. Trotz Abkommen wird der grenzüberschreitende Handel jedoch durch mehr Bürokratie und Grenzkontrollen belastet. Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich müssen ihre Waren vor der Überfahrt in die Europäische Union beim Zoll anmelden und umgekehrt. Das Abkommen gilt außerdem nicht für Dienstleistungen. Durch das Inkraftreten des neuen britischen Immigrationsgesetzes ist die Ausführung vieler grenzüberschreitender Dienstleistungen somit nicht mehr gegeben. Für den Deutschen Industrieverband SPECTARIS bleibt es trotz des positiven Abschlusses der Verhandlungen dabei: Die Abwicklung vieler kommerzieller Transaktionen über den Ärmelkanal ändert sich ab dem 1. Januar 2021 signifikant. Ausreichend Zeit zur Vorbereitung blieb der deutschen Wirtschaft dabei nicht.

SPECTARIS-Geschäftsführer Jörg Mayer begrüßt das Abkommen, sieht jedoch auch verspieltes Potenzial: „Um Handelshemnisse für die stark exportabhängigen Unternehmen aus Hightech-Branchen wie der Optik, Photonik, Analysen-und Medizintechnik abzufedern, braucht es möglichst bürokratiearme Zollverfahren auf beiden Seiten der Grenze. Gerade für den Mittelstand sind neue Prozesse mit hohem Ressourcenaufwand oftmals ein Markteintrittshindernis. Das beschlossene Freihandelsabkommen unterstützt zwar den gegenseitigen, harmonisierten Marktzugang. Dass jedoch keine Einigung über ein umfassendes Abkommen zu den zukünftigen Handelsbeziehungen erzielt werde konnte, bedeutet, dass die regulatorischen Kosten künftig noch stärker ins Gewicht fallen werden. Das wiederum wird zu Planungsunsicherheit, weniger Wettbewerb und steigenden Preisen für den Endverbraucher führen.“

Zusätzlich kommt es durch weitere Einfuhrkontrollen bereits zu Verzögerungen an der Grenze. „Diese erschweren das Vertriebsmanagement der Unternehmen. Jede Standardabweichung bei den Lieferungen verschärft den Druck auf Unternehmen, kostenintensive Bevorratungungen einzuplanen,“ unterstreicht Mayer. Dieser Teil der Vorbereitungen erweist sich angesichts begrenzter Kapazitäten der Grenzinfrastruktur als besonders schwer kalkulierbar.

Fest steht: Auch nach dem Brexit sollte ein reibungsloser Warenverkehr ohne Stau an den Grenzen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union gewährleistet sein. Ein risikobasierter Ansatz bei Zollinspektionen, eine vereinfachte und möglichst elektronische Zollabfertigung und die Möglichkeit der Vorabanmeldung für alle Waren, das sogenannte „pre-arrival processing“, werden daher von SPECTARIS begrüßt.

Stimmen unserer Mitglieder

Unternehmen der Medizintechnik agieren in einem Marktumfeld mit sich stetig verändernden Rahmenbedingungen.

Unternehmen der Medizintechnik agieren in einem Marktumfeld mit sich stetig verändernden Rahmenbedingungen. Aesculap ist Mitglied bei SPECTARIS nicht nur, weil der Verband die Interessen unserer Branche zielbewusst in der Politik und in der Öffentlichkeit vertritt und ein leistungsstarkes Netzwerk von Experten bietet. Durch die Vernetzung von Fachkompetenzen der Mitgliedsunternehmen ergeben sich zudem einzigartige und wertvolle Synergieeffekte, und davon profitieren wir alle.


Dr. Joachim Schulz, Vorstandsvorsitzender Aesculap AG


Mittlerweile sind wir seit über 10 Jahren im SPECTARIS-Verband.

Mittlerweile sind wir seit über 10 Jahren im SPECTARIS-Verband. Jeder Verband ist nur so stark, wie die Mitglieder diesen fordern und fördern. Als Mittelstand ist es für uns wichtig, dass komplexe Sachverhalte zusammengefasst dargestellt werden. Die Anforderungen an die Unternehmen der Medizintechnik steigern stetig und ändern sich fortlaufend. Hier leistet SPECTARIS tolle Arbeit und gibt uns immer das Gefühl gut informiert zu sein. Das Fortbildungsangebot ist sehr umfangreich und nimmt immer die Trends in den Fokus.


Sascha Becker, Mitglied der Geschäftsführung, Vertriebs- und Marketingleiter, Alu Rehab ApS und verantwortlich für den Geschäftsbereich Deutschland


Die Gemeinschaft macht uns stark!

Der Verband SPECTARIS bildet für uns mittelständische Unternehmen eine Brücke zwischen der Regierung und unseren Interessen – die Gemeinschaft macht uns hierbei stark! Wir schätzen sowohl das sehr hilfreiche Weiterbildungsprogramm innerhalb der Medizintechnik und profitieren von der Organisation unterschiedlichster Delegationsreisen. Durch unsere Mitgliedschaft bei SPECTARIS ist uns auch ein regelmäßiges Update neuer gesetzlicher Anforderungen garantiert.


Maik Greiser, Geschäftsführender Gesellschafter / CEO ATMOS MedizinTechnik GmbH & Co. KG


Der Verband bietet perfekt auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Angebote.

Unser Branchenverband SPECTARIS ist ein starkes Sprachrohr für die Interessen mittelständischer, inhabergeführter Unternehmen wie wir. Genauso wichtig ist es uns, dass der Verband eine Plattform für einen offenen Dialog unter den Mitgliedsfirmen ermöglicht und perfekt auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Angebote wie Branchenreports oder thematisch auf den Punkt gebrachte Veranstaltungen anbietet.


Geschäftsführende Gesellschafter Jüke Systemtechnik GmbH, Martin Hovestadt (links) und Heinrich Jürgens (rechts)


Sprachrohr für die Medizintechnik

Für uns als Hersteller von Medizintechnik stellt SPECTARIS ein wichtiges Sprachrohr gegenüber der Politik dar. Gerade angesichts der aktuellen MDR ist es immens wichtig, einen starken und leistungsfähigen Verband als Interessenvertretung zu haben. Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit und fühlen uns gut vertreten.


Regina Kirchner-Gottschalk, Geschäftsführerin KaWe – KIRCHNER & WILHELM GmbH + Co. KG


Im dynamischen Umfeld bestehen

Regulatorische Anforderungen steigen, Märkte werden komplexer – doch die größte Herausforderung, der sich auch die Medizinbranche aktiv stellen muss, ist die Digitalisierung. Mit ihr erhöht sich die Entwicklungsgeschwindigkeit in erheblichem Maße. Innovative Prozesse und Produkte verschieben die Grenzen bislang gewohnter Standards. Als SPECTARIS-Mitglied sind wir Teil eines starken Verbandes, mit dem wir in diesem dynamischen Spannungsfeld bestehen werden.


Rainer Kliewe, Geschäftsführer Ofa Bamberg GmbH


Eine weltweit starke Branche braucht einen starken Verband.

Eine weltweit starke Branche wie die deutsche Medizintechnik braucht einen starken Verband. SPECTARIS eben! Kommunikation, Regulatory Affairs, Interessensvertretung, wirtschaftliche und fachliche Kompetenz – das findet man dort.


Norbert Aumann, Geschäftsführer Otto Bock HealthCare Deutschland GmbH


Wir schätzen an SPECTARIS besonders die fachliche Expertise.

Richard Wolf als ein mittelständisches Unternehmen im Bereich der Medizintechnik profitiert stark durch das breite Netzwerk von SPECTARIS. Wir schätzen besonders die fachliche Expertise.


Geschäftsführung Richard Wolf GmbH, Herr Pfab, Herr Steinbeck


Mitmachen lohnt sich!

In Zeiten schneller und tiefgreifender Veränderungen in der Medtech Branche und einem anspruchsvollen regulatorischen Umfeld ist SPECTARIS ein wichtiger Partner für unser Unternehmen und als Interessensvertretung in Berlin und Brüssel unverzichtbar. Mitmachen lohnt sich!


Bert Sutter, Geschäftsführer, Sutter Medizintechnik GmbH


Wertvoller Informationsaustausch

Als Produzent von Pflege- und Klinikbetten verfolgen wir die aktuelle Entwicklung in der Gesundheitspolitik genau. Dabei greifen wir bei Fragen zu wichtigen Gesetzesänderungen gerne auf die fundierten Informationen von SPECTARIS zurück. Das Netzwerk aus namhaften, engagierten Unternehmen ermöglicht zudem einen intensiven Dialog untereinander, den wir sehr schätzen.


Jörg Waldeyer, Geschäftsführer Völker GmbH


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