DIGAB e.V. / SPECTARIS-Empfehlung zur Verlängerung der Wechselintervalle von Einwegartikeln im Zuge der COVID-19-Pandemie

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Die DIGAB e.V. und SPECTARIS haben am 29. April 2020 folgende „Empfehlung zur Verlängerung der Wechselintervalle von Einwegartikeln bei der Versorgung von außerklinisch beatmeten Patienten im Zuge der COVID-19-Pandemie“ herausgegeben: Die derzeitige Corona-Krisensituation stellt uns alle vor nie gekannte Herausforderungen. In Anbetracht voraussehbarer Versorgungsengpässe bei Beatmungszubehör, müssen alle Möglichkeiten geprüft werden, um die Versorgung von außerklinisch beatmeten Patienten mit notwendigen Einwegartikeln sicherzustellen.

Um die Verfügbarkeit von Zubehör für Patienten bei der außerklinischen Beatmung auch in dieser besonderen Zeit zu gewährleisten, empfehlen wir und der Deutsche Industrieverband SPECTARIS, Spitzenorganisation der maßgeblichen Hersteller und Leistungserbringer im Bereich der respiratorischen Heimtherapie, den sparsamen Umgang mit Einwegartikeln, welche für die beatmeten Patienten notwendig sind. Da während der aktuellen Corona-Krisenzeit die Situation eintreten kann, dass zur Versorgung erforderliche Materialien temporär aufgrund von Lieferengpässen nicht mehr verfügbar sind und somit kein Wechsel mehr möglich wäre, sollten die Wechselintervalle dieser Materialien vorausschauend, der Situation entsprechend und unter Abwägung der Risiken für den Patienten, verlängert werden.

In der Nutzen-Risikoanalyse sollte eine Wechselintervallverlängerung nur bei Produkten in Erwägung gezogen werden, bei denen die Verfügbarkeit während der derzeitigen Corona-Krisensituation nicht mehr gewährleistet und auch ein für das Beatmungsgerät zugelassenes Einweg- oder wiederverwendbares Ersatzproduktnicht verfügbar ist. Sobald diese Produkte wieder verfügbar sind, ist zu den normalerweise geltenden Wechselintervallen zurückzukehren.

Die Deutsche Interdisziplinären Gesellschaft für Außerklinische Beatmung (DIGAB) e.V. und SPECTARIS haben sich auf diese Empfehlung, die für den Zeitraum eines Lieferengpasses während der derzeitigen Corona-Krisensituation gilt, geeinigt. Wenn also ein Lieferengpass nicht mit Ersatzartikeln gedeckt werden kann, wird zu den folgenden, in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten erweiterten Nutzungsdauern, geraten. Diese Empfehlungen basieren auf den in den letzten Jahren beim Einsatz dieser Produkte gewonnenen Erfahrungswerten und auf der Risikobewertung beim Einsatz der Produkte in Kombination mit Beatmungsgeräten in der außerklinischen Beatmung.

Nutzungsdauern für den Zeitraum eines Lieferengpasses während der derzeitigen Corona-Krisensituation

Einwegartikel für die außerklinische BeatmungNutzungsdauer unter 
Corona-Pandemie Bedingungen
Schlauchsystem, nicht beheizt / beheizt, invasive AnwendungWechselintervall lt. Herstellerangaben x 2
Partikel-/ Bakterienfilter (Geräteauslass)analog zum Schlauchsystem
Wärme- und Feuchtigkeitsaustauscher (HME-Filter)individuell,
unter Beachtung der beatmungsrelevanten Parameter
Tubusverlängerungindividuell
Atemgas-Befeuchterkammeranalog zum Schlauchsystem
Filter Lufteinlassje nach Verschmutzungsgrad


Hinweis: Die KRINKO-Empfehlung „Prävention der nosokomialen beatmungsassoziierten Pneumonie (2013)“ macht in Abschnitt 3 „Apparativ-technische Maßnahmen“ die deutliche Aussage: Schläuche müssen bei Beschädigung oder Verschmutzung sofort gewechselt werden! Daher ist regelmäßig auf Verschmutzungen und Beschädigungen zu achten und ein entsprechender Wechsel oder wenn möglich Reinigung durchzuführen.

Hinweis: Um das Risiko durch die erweiterte Nutzungsdauer der Einwegartikel für die Patienten so weit wie möglich zu minimieren, wird eine genaue Patientenbeobachtung und die Überwachung der relevanten Messwerte und Alarmparameter des Beatmungsgerätes empfohlen.

Die vorstehenden Handlungsempfehlungen sind allgemeine und unverbindliche Empfehlungen, die nach bestem Wissen und Gewissen basierend auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik erstellt wurden. Eine patientenindividuelle Beratung und/oder Behandlung wird dadurch nicht ersetzt. Deshalb sind diese Empfehlungen für Ärzte und Pflegekräfte nicht bindend und haben weder haftungsbegründende noch haftungsbefreiende Wirkung. Vielmehr ist der ärztliche oder pflegerische Sorgfaltsmaßstab des Behandelnden im Einzelfall individuell zu beachten.

1Wenn möglich, sollte auf Mehrwegprodukte umgestellt werden. Für viele Medizinprodukte geben die Hersteller Anleitungen zur Wiederaufbereitung. Diese Option wird im außerklinischen Bereich oftmals nicht ausreichend genutzt.

Empfehlung zum Dowload als pdf hier.

Stimmen unserer Mitglieder

Unternehmen der Medizintechnik agieren in einem Marktumfeld mit sich stetig verändernden Rahmenbedingungen.

Unternehmen der Medizintechnik agieren in einem Marktumfeld mit sich stetig verändernden Rahmenbedingungen. Aesculap ist Mitglied bei SPECTARIS nicht nur, weil der Verband die Interessen unserer Branche zielbewusst in der Politik und in der Öffentlichkeit vertritt und ein leistungsstarkes Netzwerk von Experten bietet. Durch die Vernetzung von Fachkompetenzen der Mitgliedsunternehmen ergeben sich zudem einzigartige und wertvolle Synergieeffekte, und davon profitieren wir alle.


Dr. Joachim Schulz, Vorstandsvorsitzender Aesculap AG


Mittlerweile sind wir seit über 10 Jahren im SPECTARIS-Verband.

Mittlerweile sind wir seit über 10 Jahren im SPECTARIS-Verband. Jeder Verband ist nur so stark, wie die Mitglieder diesen fordern und fördern. Als Mittelstand ist es für uns wichtig, dass komplexe Sachverhalte zusammengefasst dargestellt werden. Die Anforderungen an die Unternehmen der Medizintechnik steigern stetig und ändern sich fortlaufend. Hier leistet SPECTARIS tolle Arbeit und gibt uns immer das Gefühl gut informiert zu sein. Das Fortbildungsangebot ist sehr umfangreich und nimmt immer die Trends in den Fokus.


Sascha Becker, Mitglied der Geschäftsführung, Vertriebs- und Marketingleiter, Alu Rehab ApS und verantwortlich für den Geschäftsbereich Deutschland


Die Gemeinschaft macht uns stark!

Der Verband SPECTARIS bildet für uns mittelständische Unternehmen eine Brücke zwischen der Regierung und unseren Interessen – die Gemeinschaft macht uns hierbei stark! Wir schätzen sowohl das sehr hilfreiche Weiterbildungsprogramm innerhalb der Medizintechnik und profitieren von der Organisation unterschiedlichster Delegationsreisen. Durch unsere Mitgliedschaft bei SPECTARIS ist uns auch ein regelmäßiges Update neuer gesetzlicher Anforderungen garantiert.


Maik Greiser, Geschäftsführender Gesellschafter / CEO ATMOS MedizinTechnik GmbH & Co. KG


Der Verband bietet perfekt auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Angebote.

Unser Branchenverband SPECTARIS ist ein starkes Sprachrohr für die Interessen mittelständischer, inhabergeführter Unternehmen wie wir. Genauso wichtig ist es uns, dass der Verband eine Plattform für einen offenen Dialog unter den Mitgliedsfirmen ermöglicht und perfekt auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Angebote wie Branchenreports oder thematisch auf den Punkt gebrachte Veranstaltungen anbietet.


Geschäftsführende Gesellschafter Jüke Systemtechnik GmbH, Martin Hovestadt (links) und Heinrich Jürgens (rechts)


Sprachrohr für die Medizintechnik

Für uns als Hersteller von Medizintechnik stellt SPECTARIS ein wichtiges Sprachrohr gegenüber der Politik dar. Gerade angesichts der aktuellen MDR ist es immens wichtig, einen starken und leistungsfähigen Verband als Interessenvertretung zu haben. Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit und fühlen uns gut vertreten.


Regina Kirchner-Gottschalk, Geschäftsführerin KaWe – KIRCHNER & WILHELM GmbH + Co. KG


Im dynamischen Umfeld bestehen

Regulatorische Anforderungen steigen, Märkte werden komplexer – doch die größte Herausforderung, der sich auch die Medizinbranche aktiv stellen muss, ist die Digitalisierung. Mit ihr erhöht sich die Entwicklungsgeschwindigkeit in erheblichem Maße. Innovative Prozesse und Produkte verschieben die Grenzen bislang gewohnter Standards. Als SPECTARIS-Mitglied sind wir Teil eines starken Verbandes, mit dem wir in diesem dynamischen Spannungsfeld bestehen werden.


Rainer Kliewe, Geschäftsführer Ofa Bamberg GmbH


Eine weltweit starke Branche braucht einen starken Verband.

Eine weltweit starke Branche wie die deutsche Medizintechnik braucht einen starken Verband. SPECTARIS eben! Kommunikation, Regulatory Affairs, Interessensvertretung, wirtschaftliche und fachliche Kompetenz – das findet man dort.


Norbert Aumann, Geschäftsführer Otto Bock HealthCare Deutschland GmbH


Wir schätzen an SPECTARIS besonders die fachliche Expertise.

Richard Wolf als ein mittelständisches Unternehmen im Bereich der Medizintechnik profitiert stark durch das breite Netzwerk von SPECTARIS. Wir schätzen besonders die fachliche Expertise.


Geschäftsführung Richard Wolf GmbH, Herr Pfab, Herr Steinbeck


Mitmachen lohnt sich!

In Zeiten schneller und tiefgreifender Veränderungen in der Medtech Branche und einem anspruchsvollen regulatorischen Umfeld ist SPECTARIS ein wichtiger Partner für unser Unternehmen und als Interessensvertretung in Berlin und Brüssel unverzichtbar. Mitmachen lohnt sich!


Bert Sutter, Geschäftsführer, Sutter Medizintechnik GmbH


Wertvoller Informationsaustausch

Als Produzent von Pflege- und Klinikbetten verfolgen wir die aktuelle Entwicklung in der Gesundheitspolitik genau. Dabei greifen wir bei Fragen zu wichtigen Gesetzesänderungen gerne auf die fundierten Informationen von SPECTARIS zurück. Das Netzwerk aus namhaften, engagierten Unternehmen ermöglicht zudem einen intensiven Dialog untereinander, den wir sehr schätzen.


Jörg Waldeyer, Geschäftsführer Völker GmbH


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