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SPECTARIS vereint den Hightech-Mittelstand Deutschlands, dessen Produkte auf Optik und Präzisionstechnik basieren.
Der SPECTARIS-Fachverband Consumer Optics vereinigt Hersteller und Großhändler von Brillengläsern, Brillenfassungen und Zubehör
Der SPECTARIS-Fachverband Photonik vertritt Hersteller von Lasern und Optischen Komponenten
Der SPECTARIS-Fachverband Medizintechnik vertritt Unternehmen des Investitionsgüter- und Hilfsmittelsektors
Die SPECTARIS-Fachgruppe Analysen-, Bio- und Labortechnik vertritt Hersteller von Laborgeräten

Aktuelle Entwicklungen im Iran

USA: Rückzug aus dem Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA)

Am 8. Mai 2018 hat US-Präsident Donald Trump seine Entscheidung verkündet, den Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) aufzukündigen. Nach einer Übergangsfrist sollen die Sanktionen, die die USA gegen den Iran im Hinblick auf sein Atom-Programm verhängt hatte und die im Zuge des JCPOA ausgesetzt wurden, wieder eingeführt werden. In Verbindung mit seiner Ankündigung veröffentlichte der Präsident ein sog. „National Security Presidential Memorandum” (NSPM), in der das US-Finanzministerium ( US Department of Treasury) und andere Behörden dazu aufgefordert, die notwendigen Schritte einzuleiten, um die Entscheidung des Präsidenten umzusetzen.

Die zuständigen Behörden werden nun damit beginnen, 90-tägige (bis zum 6. August 2018) bzw. 180-tägige Übergangsphasen (4. November 2018) einzuführen, um die Sanktionen, die durch den JCPOA gefallen sind, wieder einzuführen. Das US-Außenministerium hat bereits die notwendigen Erlasse veröffentlicht, um die Übergangsphasen einzuleiten. Sobald die verwaltungstechnische Umsetzung möglich ist, ist zu erwarten, dass die US-amerikanische Exportkontrollbehörde, Office of Foreign Assets Control (OFAC), die nötigen Rahmenbewilligungen zu erlassen, um den JCPOA abzuwickeln.

General License H und I aufgehoben

Die US-amerikanische Exportkontrollbehörde, Office of Foreign Assets Control (OFAC), hat am 27. Juni 2018 im Zuge des Rückzugs der USA aus dem Atomabkommen (JCPOA) die General Licenses H und I aufgehoben. General License H hatte es ausländischen Tochterunternehmen US-amerikanischer Unternehmen bzw. US-amerikanisch kontrollierten ausländischen Unternehmen erlaubt, in einem bestimmten Umfang geschäftliche Beziehungen mit dem Iran zu unterhalten. General License I erlaubte es US-Personen, Verträge mit dem Iran über die Lieferung von Zivilflugzeugen abzuschließen. Das OFAC veröffentlichte am gleichen Tag zwei neue General Licenses, die Abwicklung der Geschäftsaktivitäten gemäß General License H bis zum 4. November 2018 bzw. unter General License I bis zum 6. August 2018 regeln. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des OFAC.

Europäische Kommission aktualisiert Abwehrgesetz gegen Iran-Sankitonen der USA

Die Europäische Kommission hat am 6. Juni 2018, die von ihr am 18. Mai 2018 angekündigte Anpassung der Verordnung (EG) Nr. 2271/96 des Rates vom 22. November 1996 (sog. „Blockadestatut) verabschiedet. Durch die Aktualisierung sind die extraterritorialen Sanktionen, mit denen die Vereinigten Staaten die Islamische Republik Iran erneut belegen werden, vom Anwendungsbereich des Blockadestatuts erfasst. Das Europäische Parlament und der Rat haben jetzt zwei Monate Zeit, um gegen diese Maßnahmen Einspruch zu erheben, bevor sie in Kraft treten. Sofern keine Einwände erhoben werden, wird das aktualisierte Blockadestatut spätestens Anfang August in Kraft treten, wenn die erste der beiden Übergangsphasen der USA am 6. August 2018 nach 90 Tagen abläuft und der erste Teil der US-Sanktionen wieder in Kraft tritt.

Gleichzeitig verbietet das Blockadestatut Unternehmen aus der Europäischen Union, sich an die US-Sanktionen gegen den Iran zu halten. Urteile ausländischer Gerichte zur Durchsetzung der US-Sanktionen werden in der EU nicht anerkannt.

Zum Schutz unserer Unternehmen – Europäische Staaten fordern Ausnahmen von US-Sanktionen

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Europäische Union haben die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika am 4. Juni 2018 in einem gemeinsamen Brief dazu aufgefordert, europäische Unternehmen von den angekündigten Sanktionen gegen die Islamische Republik Iran auszunehmen. In dem Schreiben an US-Finanzminister Steven Mnuchin und US-Außenminister Mike Pompeo fordern die Außen-, Wirtschafts- und Finanzminister der drei Länder sowie die Außenbeauftragte der Europäischen Union Ausnahmen für EU-Firmen, die nach dem Inkrafttreten des Atom-Abkommens (JCPoA) am 16. Januar 2016 Geschäftsbeziehungen im Iran aufgebaut haben.Zudem sollen die Vereinigten Staaten öffentlich Sektorausnahmen unter anderem für Pharma, Medizin sowie Energie, Autos, zivile Luftfahrt und Infrastruktur zulassen. Auch sollen die Bankenkanäle mit der Iranischen Zentralbank und nichtgelisteten Banken offen bleiben, auch über SWIFT. Die General License H (für US-Tochterunternehmen) und Übergangsfristen zur Vertragslösung sollen verlängert werden. Den Brief können Sie hier abrufen.

Weitere Informationen

 Kreditinstitute für das Irangeschäft
Trotz der weitgehenden Aufhebung der internationalen Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen den Iran stellt die Zahlungsabwicklung immer noch eines der größten Probleme dar. SPECTARIS hat eine die Liste der Banken, die laut Aussagen verschiedener Kammern Finanztransaktionen abwickeln, erstellt.

Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA)

Am 16. Januar 2016 hat die Internationale Atomenergie Organisation (IAEO) bekannt gegeben, dass Iran seine Verpflichtungen aus dem Joint Comprehensive Plan of Action“ (JCPOA), welcher am 14. Juli 2015 in Wien unterzeichnet wurde, nachgekommen ist. Die Inspektoren der IAEO haben überprüft und bestätigt, dass mehr als zwei Drittel der Zentrifugen abgebaut, das angereicherte Uran außer Landes gebracht und jetzt auch der Kern des Plutoniumreaktors in Arak zerstört wurde.

Mit dieser Bestätigung wurde der sog. „Implementation Day“ eingeläutet und damit auch eine weitumfassende Aufhebung der internationalen Wirtschafts- und Finanzsanktionen, die den Handel mit Iran in den letzten Jahren besonders erschwert oder teilweise sogar lahmgelegt hatten.

Diese Entwicklungen gehen auf den sog. „Joint Comprehensive Plan of Action“ (JCPOA) zurück, welcher am 14. Juli 2015 zwischen Iran und den E3+3-Staaten (Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich, China, Russland und die USA) beschlossen wurde. Iran hatte sich dazu verpflichtet, alle nötigen Maßnahmen umzusetzen, um den Rückbau seines Nuklearprogrammes sicherzustellen. Im Gegenzug haben sich die anderen Vertragsparteien zu einem weitgehenden Abbau der unilateralen und multilateralen Sanktionen verpflichtet.

Bereits am 18. Oktober 2015 hat der Rat der Europäischen Union die nötigen Rechtsakte (Verordnung (EU) 2015/1861 und Durchführungsverordnung (EU) 2015/1862) zur Aufhebung bzw. Aussetzung der Wirtschafts- und Finanzsanktionen sowie der Personen- und Unternehmenslistungen beschlossen. Da der „Implementation Day“ eingetreten ist, gelten diese Rechtsakte ab dem 16. Januar 2016.

Die Wiener Vereinbarung (Joint Comprehensive Plan of Action)

Ansprechpartner

Anne-Kathrin Schmalz
Junior-Referentin Außenwirtschaft und Exportförderung
Fon 0 30 41 40 21-58

Webinar der Hamburger Zollakademie: "US-Sanktionen gegen Iran - Auswirkungen auf deutsche Unternehmen"

Die Hamburger Zollakademie veranstaltet am 13. Juni, 15. August sowie am 24. Oktober 2018 ein Webinar zum Thema „US-Sanktionen gegen den Iran – Auswirkungen auf deutsche Unternehmen“. Auf die Teilnahmegebühr erhalten SPECTARIS-Mitglieder einen Nachlass von 20%, wenn Sie bei der Anmeldung auf Ihre SPECTARIS-Mitgliedschaft verweisen.

Seminarinformation der Hamburger Zollakademie