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SPECTARIS-EZ-Blog

Hier berichtet unser EZ-Scout regelmäßig über aktuelle Themen aus der Entwicklungszusammenarbeit für die SPECTARIS-Branchen.

"Gesundheit entwickelt sich - weltweit entstehen neue Märkte für Hightech. Für ihr Business Development brauchen SPECTARIS-Mitglieder die richtigen Geschäftskontakte und Informationen für den Zugang zu neuen Absatzmärkten. Dafür bin ich da.“ Das sagt Dr. Franz von Roenne, der neue, vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung entsandte EZ-Scout bei SPECTARIS. Er unterstützt in der Abteilung Außenwirtschaft Unternehmen, die sich für den Markteintritt in Entwicklungs- und Schwellenländern interessieren. Als Experte für Entwicklung und Finanzierung von Gesundheitssystemen hat der promovierte Mediziner Franz von Roenne in Afrika, Asien und Europa auf allen Ebenen der internationalen Zusammenarbeit gearbeitet, von Basisversorgung über staatliche Reformen bis zur globalen Zusammenarbeit. Der EZ-Scout sieht sich als Vermittler auf der Suche nach angepassten Lösungen für Hersteller, Anwender, Betreiber und Planer.

Interessante Infoveranstaltung am 20.10.: Förder- & Finanzierungsangebote für Investitionen in Zukunftsmärkte: Vorstellung der neuen AWE-Datenbank am 22. Oktober 2020

Kurzfristig erreicht uns die Ankündigung einer interessanten Infoveranstaltung, die wir gerne weitergeben:

Die Agentur für Wirtschaft und Entwicklung stellt am 22. Oktober 2020 im Rahmen der kostenfreien Online-Veranstaltung „Förder- und Finanzierungsangebote für Investitionen in Zukunftsmärkte“ ihre neue Datenbank für privatwirtschaftliche Vorhaben in Entwicklung. Wenn Sie auf der Suche nach geeigneten Förder- und Finanzierungsinstrumenten für Ihr entwicklungspolitisches Vorhaben sind, informieren Sie sich in der Online-Veranstaltung über die Möglichkeiten in der Förderlandschaft für unternehmerisches Engagement in Entwicklungs- und Schwellenländern und die neue AWE-Förderdatenbank.

Aber keine Sorge, wenns nicht klappt mit der kurzfristigen Teilnahme. Die Infomaterialien werden im Anschluss hier nochmal unseren Mitgliedern verfügbar gemacht und können auch gerne bei mir angefragt werden

Zur Anmeldung geht’s hier: ExportManager-Webinar

Interessante Veranstaltung am 13.10.: Drei anschauliche Beispiele für nachhaltiges Engagement der deutschen Wirtschaft in der Gesundheit in Afrika

Konkretes Engagement der Wirtschaft in der Gesundheitsversorgung in Afrika steht im Mittelpunkt einer virtuellen Veranstaltung am 13. Oktober, die SPECTARIS-Mitglieder interessieren könnte.

Das BMZ, der BDI, die German Health Alliance (GHA) und die Carl Duisberg Gesellschaft schaffen den Rahmen für die Präsentation von drei verschiedenartigen Vorhaben, bei denen sich deutsche Unternehmen in der Entwicklung der Gesundheitsversorgung in mehreren Ländern Afrikas längerfristig engagieren:

  • Eine BMZ-geförderte Allianz aus 5 Unternehmen der Medizintechnik – darunter 2 SPECTARIS Mitglieder – engagiert sich für die Ausbildung in Biomedizintechnik in Kenia und Senegal
  • ein Pharmaunternehmen beauftragt die GIZ mit der Durchführung eines Programms zur Verbesserung/Einführung von flächendeckender Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Ghana;
  • ein deutsches Beratungsunternehmen in Gesundheitsentwicklung hat ein rein privatwirtschaftlich betriebenes medizinisches Diagnostikzentrum in Guinea aufgebaut, das rentabel Dienste nach deutschem Standard anbietet und dabei lokale nachhaltige Arbeitsplätze für gut ausgebildetes Personal geschaffen hat.

Die Veranstaltung bietet vielfältige Anregung für eigene ‚Geschäftsmodelle‘ und illustriert die grundlegend wichtige Rolle der Privatwirtschaft in der Gesundheitsversorgung in afrikanischen Ländern und damit einen wichtigen Markt der Zukunft.

Programm: hier; Anmeldung: hier

Gut zu wissen: German Desk findet lokale Finanzierungslösungen für deutsche Unternehmen in 6 EZ-Ländern

Mittelständische Unternehmen, die lokale Finanzierungen für sich und ihre Handelspartner vor Ort brauchen, bekommen in 6 Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit maßgeschneiderte Unterstützung. In Indonesien, Bangladesch, Peru, Ghana, Nigeria und Kenia hat die KfW-Tochter DEG je einen German Desk - Financial Support and Solutions eingerichtet. Ein lokaler Mitarbeiter mit profunder Kenntnis der lokalen wie der deutschen Sprache und Kultur erbringt bedarfsgerecht ein breites Spektrum an Dienstleistungen und arbeitet mit der deutschen Auslandshandelskammer ebenso zusammen wie mit einer lokalen Bank.

Mit diesem Service können mittelständische SPECTARIS-Mitgliedsunternehmen und ihre lokalen Handelspartner schnell und effizient auch anspruchsvolle geschäftliche Aktivitäten mit Handelspartnern aufbauen. Alle bereits etablierten Standorte liegen in Wachstumsmärkten für die Branchen der Medizin- wie auch der Labor- und analysentechnik. Weitere Standorte sind vorgesehen.


Aktuelles

Neues Beratungsangebot für KMU zum Markteintritt in Afrika startet

Bundeswirtschaftsministerium fördert neues IHK-Netzwerkbüro Afrika

Im August 2020 startete das IHK-Netzwerkbüro Afrika (INA) seine Beratung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die auf dem afrikanischen Markt Fuß fassen wollen. INA ist beim DIHK angesiedelt und Teil des Wirtschaftsnetzwerks Afrika des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Das BMWi fördert das auf mehrere Jahre angelegte Beratungsangebot von INA mit 2,2 Millionen Euro.

INA verstärkt die deutsche Außenwirtschaftsförderung zu Afrika. Zukünftig unterstützt INA als Erstberatung zur Außenwirtschaftsförderung deutsche KMU bei der Erschließung afrikanischer Märkte. INA nutzt hierzu das etablierte Netz des DIHK, der Industrie- und Handelskammern (IHKs) und der Auslandshandelskammern (AHKs) und stellt gezielt Kontakte zu Afrika-Experten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung her. Auf dieser Basis berät das Projektteam KMU zu ihren Marktchancen in Afrika, unterstützt sie beim Markteintritt und informiert zu Fördermöglichkeiten sowie Ansprechpartnern im Bereich der Außenwirtschaftsförderung. Zudem entwickelt das Team Beratungs- und Informationsprodukte zur Außenwirtschaftsförderung zu Afrika. Die Geschäftsstelle des Wirtschaftsnetzwerks Afrika stellt deutschen Unternehmen darüber hinaus mit dem Afrika-Partner einen persönlichen Ansprechpartner zur Seite, der Unternehmen während des gesamten Beratungsprozesses begleitet.

Kontakt zum INA Netzwerkbüro


Aktuelle Sonderförderung des BMZ für Unternehmen, die sich gegen Pandemie in Entwicklungsländern engagieren

Der COVID-19 Response Sonderwettbewerb ist wieder geöffnet. Unternehmen können bis zum 10. August Projektideen einreichen

Unternehmen, die mit ihren Aktivitäten zur Milderung der COVID-19-Pandemie in Entwicklungs- und Schwellenländern beitragen, können bis zu 50% und bis zu 200.000 EUR Fördermittel des BMZ bekommen. Je nach Art des vorgeschlagenen Projekts können sie ihre Vorschläge bei den developpp-Programmen der DEG für rein finanzielle Förderung, oder der GIZ für zusätzliche technische Flankierung einreichen. Alle Infos bekommen Sie hier. Der SPECTARIS-EZ-Scout Dr. Franz von Roenne unterstützt Sie bei Fragen gerne.


BMZ Corona-Sofortprogramm: "Keine Rückkehr zur weltweiten Normalität der Globalisierung"

Das Corona-Sofortprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) präsentiert mit konsequent analytischem, nüchternen Blick auf die Ergebnisse und Erfordernisse der Globalisierung den Scheideweg, an den uns die Corona-Pandemie gebracht hat. Die Handlungsprämisse des Entwicklungsministeriums: "Wir besiegen die Pandemie nur weltweit oder wir bezwingen sie nicht."

Für eine Erfolg versprechende Reaktion fordert das Sofortprogramm des BMZ ein Umdenken und ein konsequent solidarisches Denken und Handeln weltweit. Anhand konkreter Beobachtungen zeigt es, dass die Folgen von COVID-19 umso gravierender sind, je ärmer ein Land oder eine Gruppe von Menschen ist, aber auch, dass Alleingänge und Partikularlösungen sinnlos sind und niemand vor der drohenden Katastrophe schützen. Aus Sicht des BMZ können die Wege aus der Krise nur langfristig erfolgreich sein, erfordern aber dennoch sofortige entschiedene erste Schritte.

Das Sofortprogramm fordert zunächst die Neustrukturierung internationaler Organisationen und Maßnahmen und sofortige Verstärkung der Zusammenarbeit. Dazu gehören unter anderem ein Weltkrisenrat der VN, ein Schuldenerlass für die 47 ärmsten Staaten, die Weiterentwicklung der WHO zum Weltpandemiezentrum und entschlossene Maßnahmen für weltweiten Impfschutz und OneHealth.

Zusätzlich sollen Europa und die EU ihre Handlungsfähigkeit stärken und Schutzschirme und Hilfsprogramme auf die Nachbarländer ausgeweitet werden. Die EU solle die afrikanische Wirtschaft weiter stärken und mehr investieren; hervorgehoben wird dabei die Forderung nach einer Investitions- und Technologieoffensive, die auch für die SPECTARIS-Branchen von Interesse sein dürfte.

Das BMZ hat 1 Mrd. Euro für Sofortmaßnahmen umgewidmet und gleichzeitig den Bedarf für zusätzliche 3 Mrd. konkret benannt. Für Sofortmaßnahmen für Gesundheit und Pandemiebekämpfung werden 200 Mio. Euro bereitgestellt und weitere 600 Mio. Euro aus dem Haushalt 2020 angefordert. Technologie der SPECTARIS-Branchen wird dabei sowohl für bilaterale Maßnahmen wie bei den Programmen internationaler Organisationen gebraucht. 

Für Fragen und Einschätzungen zum BMZ-Programm steht Dr. Franz von Rönne Ihnen gerne zur Verfügung. 


Neues Festzins-Programm des BMWI für Afrika erleichtert Exporte

Ab sofort können Exporte von Investitionsgütern und Dienstleistungen aus Deutschland in afrikanische Bestellerländer ab einem Volumen von 85 Mio. EUR zu einem vom Bund garantierten Festzins finanziert werden. Die KfW-IPEX GmbH trägt das Zinsrisiko für jedes Kreditinstitut mit einer Berechtigung für Hermes-Deckungen. Die Finanzkreditdeckung beinhaltet in der Regel nur 5 % Selbstbehalt.

Damit sollen gezielt Exporte von hochwertigen, langfristig relevanten Investitionsgütern erleichtert bzw. Ermöglicht werden. Diese sind für Zinsschwankungen besonders anfällig, gleichzeitig jedoch können sie wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung in Afrika beisteuern. Für die Branchen bei SPECTARIS ist dies Programm von hohem Interesse, weil diese genau solche hochwertigen, langfristig relevanten Investitionsgüter anbieten.

Informationen und Kontakte gibt es bei GTAI über den www.africabusinessguide.de oder direkt bei der KfW-IPEX unter https://www.kfw-ipex-bank.de/PDF/Über-die-KfW-IPEX-Bank/Unsere-Rolle-in-der-Außenwirtschaftsförderung/Afrika-CIRR/2020-01-Merkblatt-Afrika-CIRR-2.pdf


Genauer hingesehen

„COVID-19 ist eine große Prüfung für uns alle in Ostafrika“

Die East African Health Platform (EAHP) ist Partner von SPECTARIS in den 6 Ländern der East African Community (EAC). Hier berichtet sie über das Aufziehen einer Krise nie dagewesenen Ausmaßes, über die wichtige Rolle der privaten Gesundheitsunternehmen, und über dringend gebrauchte neue Medizin-, Analysen- und Labortechnologie.

EAHP – ein neuer Ansprechpartner für MedTech und LabTech in Ostafrika

Mit BMZ-Förderung der sequa gGmbH unterstützt SPECTARIS seit 3 Jahren mit seinem Knowhow den Aufbau der EAHP als regionale Dachorganisation für nicht-staatliche Teilnehmer der Gesundheitswirtschaft in der East African Community. Dadurch mausert sich die am EAC-Sitz Arusha in Tansania ansässige, gut vernetzte Organisation zum Ansprechpartner auch der deutschen Unternehmen der SPECTARIS-Branchen mit Interesse an Ostafrika. Nicht zuletzt durch die Bestrebungen der EAC, ihre 6 Mitgliedsländer Kenia, Tansania, Uganda, Ruanda, Burundi und Südsudan zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum zu machen, wird die EAC mit ihren 177 Mio. Einwohner*innen für SPECTARIS-Mitglieder interessant. MedTech und LabTech sind essenzielle Ingredienzien für die wirtschaftliche Entwicklung der ganzen Region.

Die COVID-19-Pandemie verdeutlicht die Schlüsselrolle von MedTech und LabTech für Gesundheit und damit die gesamte Entwicklung Ostafrikas drastisch, wenn auch unter denkbar unglücklichen Umständen. Das haben wir im Interview von EAHP-Geschäftsführerin Jonniah William Mollel erfahren. Ihre Schilderungen werfen ein Schlaglicht auf die Gesundheitssysteme Ostafrikas in einer existenziell bedrohlichen Gesundheitskrise, und gleichzeitig bekommen wir eine Einschätzung, wie es weitergehen kann, und welche Veränderungen der Gesundheitswirtschaft zu erwarten und anzustreben sind.

„Die Krise stellt uns alle persönlich auf die Probe“

Zunächst haben wir uns bei Frau William Mollel erkundigt, wie es ihr und ihrem Team ergeht in der Krise, die sich in der Region rasant ausbreitet:

COVID-19 Erkrankungen und Maßnahmen in EAC (Download PDF)

„Eigentlich machen wir das, was wir immer getan haben, aber jetzt auf ganz andere Weise. Home-Office ist für uns nicht nur ungewohnt, sondern vielerorts in der EAC durch schlechten Zugang zum Internet praktisch sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Wir müssen alle sehr schnell und gründlich lernen und uns irgendwie anpassen.“

„Außerdem werden wir uns nun immer klarer der existenziellen Bedrohung bewusst, die da auf alle EAC-Länder, und auf jeden einzelnen von uns zukommt.“

„Als Ost-Afrikanerin bin ich viel Mangel, Missstände, Schwierigkeiten und tägliche Risiken gewohnt. Aber so etwas bedrohliches wie COVID-19 habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt.“

Nach diesen schwerwiegenden Feststellungen zeigt uns die EAC-Geschäftsführerin, wie in der EAC mit der Krise umgegangen wird, welche Risiken die Krise birgt, was generell getan werden muss, und vor allem auch, was die EAHP zur Bewältigung dieser Bedrohung jetzt und längerfristig tun kann.

Im Moment tut die EAHP mehr von dem, was sie schon vor COVID-19 getan hat

Die Krise verstärkt die Auswirkungen des Mangels, der schon vorher herrschte: Die Ausbildung des Personals, die verfügbaren Technologien, und die Verfügbarkeit von Informationen als Grundlage der Gesundheitssysteme sind allesamt ungenügend. Diese Mängel bedingen und verstärken sich gegenseitig.

Das hat auch vor COVID-19 die wirksame Steuerung und Bewirtschaftung der Gesundheitseinrichtungen und den effizienten Einsatz der ebenfalls zu knappen Finanzmittel erschwert. Zu dieser Thematik hat sich EAHP im Auftrag ihrer 45 Mitglieder aus allen Bereichen der nicht-staatlichen Gesundheitsversorgung (siehe Tabelle) bereits mit zwei Studien engagiert: eine zu Bedarf und Lücken der Ausbildung des Personals in den 6 Mitgliedsländern, die andere zu den aktuellen Bedingungen und Verbesserungsbedarf für den Import von MedTech und LabTech.

Mitgliederprofil des EAC Dachverbands EAHP, Stand 10.05.2020

Diese Studien gewinnen durch COVID-19 weiter an Relevanz, vor allem weil die Thematik jetzt deutlich mehr Aufmerksamkeit bei den politischen Entscheidungsträgern bekommt. Die Planung weiterer Papiere wird jetzt für den Bedarf durch COVID-19 angepasst.

Vor der Krise war die EAHP bereits in die gesundheitspolitischen Prozesse der EAC, und teilweise auch in den einzelnen Mitgliedsländern routinemäßig integriert. Am Anfang der Krise jedoch unterbrachen die Minister und Präsidenten den Dialog mit der Wirtschaft und versuchten, allein zu steuern - ohne großen Erfolg. Jetzt gibt es eine Trendwende:  die EAHP wird Mitglied des regionalen Krisenkomitees, ihre nationalen Mitgliedsorganisationen werden in ihren Ländern eingebunden. So ist z.B. das EAHP-Mitglied Uganda Healthcare Federation erfolgreich dafür eingetreten, dass die ursprünglich für die Gesundheitsdienste zugelassenen nicht-zertifizierten Stoffmasken nun doch nicht mehr zulässig sind, sondern nur noch WHO-zugelassene FFP2-Masken. Das ist aus Sicht von EAHP äußerst wichtig, trotz der größeren Schwierigkeit bei der Beschaffung: der Schutz des Gesundheitspersonals hat aus ihrer Sicht oberste Priorität, um die Krise meistern zu können.

Die EAHP positioniert sich und ihre Mitglieder, um eine bedeutsame Rolle in etlichen Bereichen der SARS-CoV-2-Bekämpfung, von der Unterstützung bis zur direkten Mitsprache in der Steuerung der Pandemiebekämpfung zu spielen. Ihre Stärke und damit mögliche Beiträge sieht sie in der Beschaffung von Fakten, dem Monitoring und der Beratung, aber auch im konstruktiven, kritischen Feedback an die politischen Entscheidungsträger zu gesundheitspolitischen Maßnahmen.

COVID-19 bringt neuen Impetus für ein weiteres klassisches EAHP-Aufgabengebiet: die Förderung systematischer Zusammenarbeit der Mitglieder. Dazu gehört ein gut unterfütterter Informationsaustausch zu aktuellen Themen ebenso wie der forcierte Aufbau einer Wissensplattform und die Identifikation und Nutzung von Best Practices. Geplant wird nun auch ein Verbund für organisierte, vereinheitlichte Ausbildung unter Nutzung der Kapazitäten der Mitglieder, zum Beispiel als Aus- und Fortbildungszentren.

Die EAHP will in die Zeit nach COVID-19 investieren

Aus Sicht der EAHP ist die COVID-19-Pandemie eine akute Krise mit langfristigen Implikationen. Geschäftsführerin William Mollel betont immer wieder, dass zur erfolgreichen Bewältigung viele, vor allem auch langfristige Maßnahmen notwendig sind, die schon vor der Krise vonnöten gewesen wären. Deren bisheriges Ausbleiben trage jetzt auch zur Schwere der Problematik bei.

Es will aber auch wohlüberlegt sein, wo man herkömmliche Planungen jetzt konzentriert verfolgt, und wo man mit besseren, innovativen Lösungen einen Neustart macht. Dies gilt nicht nur, aber in besonderem Maße auch für die Technologien in der Gesundheitsversorgung. Besonders deutlich wird dies beim Blick auf die entscheidende Rolle der Information und Informationstechnologie für die Prävention von Krankheiten und die Vorbereitung auf Krisen. Insgesamt gilt aus Sicht der EAHC, dass Technologie deutlich mehr und deutlich gezielter eingesetzt werden muss, wenn man der Situation Herr werden und eine Wiederholung verhindern will.

Dafür muss investiert werden. Dies ist ein generelles Postulat des EAC-Dachverbands für die nicht-staatliche Gesundheitswirtschaft, aber EAHP hat sich auch eigene Investitionsanstrengungen verschrieben:

  • Zur Systematisierung der Weiterbildung des dringend notwendigen kompetenten Personals will die EAHP mit geeigneten Partnern ein regionales Ausbildungszentrum gründen
  • Die diagnostischen Kapazitäten der Mitglieder sollen dauerhaft erhöht werden
  • Die Mitglieder sollen sich an der konsequenten Entwicklung und Anwendung von Maßnahmen zur Pandemic Preparedness aktiv beteiligen und die dafür notwendigen und möglichen Investitionen tätigen.

Überhaupt sollen langfristige Investitionen in Personal, Technologie und Informationsflüsse oberste Priorität bekommen. Viele derzeitige reaktive Problemlösungsansätze („Troubleshooting“) seien eher Strohfeuer ohne Aussicht auf langfristige Effekte zur Lösung der gravierenden Probleme. Die EAHP erwartet, dass das aktuelle Krisenmanagement der politischen Führung in der EAC viel strategischer wird und bereits jetzt mit Investitionen für die Zukunft beginnt.

Eine Kostprobe der Tragweite der aus Sicht der EAHP notwendigen Veränderungen bezieht sich auf die unabdingbare Grundlage eines jeden funktionsfähigen Gesundheitssystems: sein Personal. Dieses, so Frau William Mollel, braucht nicht nur flächendeckend deutlich bessere Aus- und Weiterbildung, sondern ebenso flächendeckend auch deutlich bessere Verträge. Das wäre der Grundstein für eine weitreichende Reform der Gesundheitsversorgung dieser Region, wie sicher auch in vielen anderen Regionen und letztlich, aber auch ziemlich unmittelbar im Interesse der gesamten Menschheit.

Ein Blick in die Zukunft in Ostafrika und auf eine dreifache Krise

Die durch SARS-CoV-2 hervorgerufene Pandemie ist nach Einschätzung von Frau William Mollel wohl nur Teil einer „multidimensionalen Krise“, die durchaus auch zu einer „dreifachen Tragödie“ werden kann, weil ihre drei Dimensionen Gesundheit, Bildung und Wirtschaft sich gegenseitig in eine Abwärtsspirale manövrieren können:

Gesundheit: zwar gibt es in Ostafrika weniger ältere Menschen, die klassische COVID-19 -Risikogruppe in anderen Ländern. Dafür gibt es jedoch viel mehr Menschen, die durch andere Infektionen wie AIDS oder Tb, und auch durch Mangelernährung und manifesten Hunger immungeschwächt sind und so COVID-19 zum Opfer fallen können. Verstärkt durch die momentane schwere Dürrekatastrophe wächst der Hunger bereits jetzt in der Dynamik einer Epidemie.

NB: es gibt in der Region bereit eine Dürrekatastrophe die zur Hungerpandemie „biblischen Ausmaßes“ führen kann, auch ohne COVID-19. (D. Beasley, Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms in einer Botschaft an den Weltsicherheitsrat am 21.4.20)

Bildung: wie auch in diesem Gespräch vielfältig verdeutlicht wurde, ist der Bildungsstand der EAC-Bevölkerung prekär. Ohne mehr und bessere Bildung gibt es keine Entwicklung in eine wirtschaftlich bessere Zukunft. Die durch COVID-19 erzwungenen Ausfälle der Schulbildung mögen andernorts temporär und damit kompensierbar sein, in der EAC sind sie es nach Ansicht von Frau William Mollel nicht. Hier sind die momentan zu verzeichnenden Unterrichtsausfälle ein Verlust künftigen dringend benötigten Humankapitals.

Wirtschaft: diese droht einzubrechen, weil die mageren Reserven bald verschwunden und die Wirtschaftskreisläufe rasch unterbrochen sind. Einem erheblichen Bevölkerungsanteil, vielleicht sogar einer Mehrheit, droht der Fall in die Armutsfalle, in der es um Subsistenz und das nackte Überleben von Tag zu Tag geht und eine Teilnahme an der Wirtschaft kaum noch möglich ist. Eine Erholung der Wirtschaft kann durch weiter schwindende Kapazitäten der Gesundheitsversorgung ebenso behindert werden wie durch eine Generation mit weiter eingeschränkter Bildung.

Die absehbare Angewiesenheit auf internationale Unterstützung zur Abwendung der Tragödie ist in Ostafrika nichts gänzlich Neues. Wenn sie kommt, dann braucht sie starke, handlungsfähige und kenntnisreiche Partner. Die EAHP könnte für die Gesundheitswirtschaft ein solcher Partner sein.

Spectaris ist ja bereits ein Partner der EAHP. Wir haben daher gefragt, ob es etwas Wichtiges gibt, das die EAHP an die SPECTARIS-Mitglieder weitergeben möchte. Frau William Mollel betonte, wie wichtig das Unterstützungsprojekt von SPECTARIS sei und drückte ihre Dankbarkeit dafür aus. Dann hatte sie noch eine konkrete, spezifische Botschaft:

Technologie ist unabdingbarer Teil einer besseren Zukunft

Eine krisenfeste („resiliente“) Gesellschaft ist ohne Technologie nicht denkbar. In der EAC bedeutet dies, dass dringend mehr und bessere Technologie gebraucht wird, um sich eine Chance zu verschaffen, aus der Krise herauszukommen und die Tragödie zu vermeiden. Das gilt für die Gesundheitsversorgung in besonderem Maße: die EAC braucht, so betont die EAHP viel mehr und viel besser an die Gegebenheiten angepasste Technologie.

Wer, so die Frage - die gleichzeitig als warme, freundschaftliche Ermunterung rüberkommt -, wäre besser geeignet, um hier zu kooperieren und wirklich wirksam zu unterstützen, als die deutsche Medizin- Analysen- und Labortechnik?

Weitere Informationen zur EAHP

Das Interview mit der EAHP als Grundlage dieses Artikels führten Dr. Franz von Roenne und Krasimira Maryanska

Entwurf für neue EU-Afrika-Strategie

Wirtschafts- und Handelsförderung zentral, Gesundheit und Resilienz können durch COVID-19 noch an Bedeutung zulegen

Am 9. März 2020, noch vor dem vollen Ausbruch der COVID-19-Krise, hat die EU den Entwurf ihrer neuen Afrika-Strategie vorgelegt. Damit soll die Partnerschaft mit Afrika weiter intensiviert und strikt an gemeinsamen Interessen und Zielen ausgerichtet werden. Durch die Organisation von Partnerschaften in fünf Schlüsselbereichen: Grüne Wende, digitaler Wandel, nachhaltiges Wachstum & Beschäftigung, Frieden & Governance, Migration und Mobilität soll dem Kontinent geholfen werden, seine Potenziale rasch zu entwickeln und seine Herausforderungen zu meistern. Beim 6. Afrika-EU-Gipfel in Brüssel im Herbst 2020 sollen die Vorschläge als Grundlage für ein neues Abkommen dienen.

Die Stärkung der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen nimmt weiter einen zentralen Platz in der neuen Strategie ein. Bereits seit 2018 ist die Allianz Afrika-Europa dabei, strategische Investitionen ebenso zu fördern wie Investitionen in Menschen durch Bildung, das Geschäfts- und Investitionsklima zu stärken und die Integration von Wirtschaft und Handel voranzutreiben. Der bisherige Investitionsrahmen durch Grants soll von derzeit 32,5 Mrd. / 6 Jahren auf 40 Mrd. Euro gesteigert und durch umfangreiche weitere Finanzierungen der Wirtschaftsförderung, etwa in Form von Garantien ergänzt werden.

Die Gesundheitswirtschaft kommt mit etlichen Bezügen in der neuen Strategie vor: Neben dem weiteren Auf- und Ausbau der Grundversorgung soll Gesundheit als Grundlage und Voraussetzung für Wirtschaft und Beschäftigung dienen. Und durch die aktuelle Corona-Krise gewinnt das Vorhaben, die Resilienz der Gesundheitssystems und die weltweite Gesundheitsabsicherung zu stärken, noch einmal deutlich an Relevanz. Es ist absehbar, dass sich für die Branchen Analysen-, Bio- und Labortechnik sowie Medizintechnik dadurch die Aussichten auf Wachstum ihrer Märkte in Afrika konkretisieren, sowie auch die Beteiligung an den europäischen Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung steigen. Der DIHK hat die neue Strategie bereits als wichtigen Schritt bewertet und sieht Chancen für die deutsche Wirtschaft. Auch das Entwicklungsministerium BMZ, das selbst eine eigene Afrika-Strategie mit intensiver Wirtschaftsförderung verfolgt, begrüßt den Vorschlag und schlägt vor, ihn nach dem deutschen Vorbild zu einem Europäischen Marshall-Plan für Afrika auszubauen.

Die wichtigsten Hintergründe finden Sie hier: Vollständige Mitteilung der EU; Info-Blatt


Afrikas Wirtschaften wachsen zusammen in der African Continental Free Trade Area

Auf dem Weg zum einheitlichen Wirtschaftsraum der Afrikanischen Union kann die deutsche Außenwirtschaft mitgehen – auch mit Unterstützung der Bundesregierung

Der Aufbruch hat begonnen, die ersten Schritte auf dem Weg zum panafrikanischen Binnenmarkt sind gegangen, und es soll weiter vorangehen noch in diesem Jahr:

54 der 55 AU-Länder haben das Abkommen zur Errichtung der Afrikanischen Kontinental-Freihandelszone (AfCFTA) unterschrieben, 29 Länder haben es bisher ratifiziert. Seit Mai 2019 wird es von der AU offiziell umgesetzt. Im Juli 2020 beginnt konkret der einheitliche Waren- und Dienstleistungsverkehr mit Zollerleichterungen, Ursprungsregeln für Waren und spezifischen Dienstleistungen. Anfang 2021 sollen dann Entwürfe der Protokolle über Investitionen, Wettbewerbspolitik und geistige Eigentumsrechte bereit sein.

Die AfCFTA ist eines der Leuchtturm-Projekte der Agenda 2063. Mit der will die Afrikanische Union den Kontinent politisch, wirtschaftlich und kulturell zur vollen Blüte bringen. Konkretes Endziel ist ein einziger afrikanischer Wirtschaftsraum. Kurzfristig soll der intraafrikanische Markt, der bisher im Schnitt nur 12% ausmacht, bis zu 4-fach gesteigert werden.

Um effektiv voranzukommen, fungieren 8 regionale Wirtschaftsgemeinschaften als Bausteine der AfCFTA: ECCAS, ECOWAS, EAC, SADC, COMESA, AMU, CEN-SAD und IGAD.

Flankierend werden ein einheitlicher afrikanischer Luftverkehrsmarkt und die Freizügigkeit der Bevölkerung auf dem ganzen Kontinent vorangetrieben. Die Entwicklung einer kontinentalen Rohstoffstrategie soll Afrika in globale Wertschöpfungsketten integrieren und den Ertrag der Rohstoffe für die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents nutzen.

Neben der rein quantitativen Steigerung der Exportwirtschaft ist das wichtigste Ziel die horizontale wie vertikale Diversifizierung der Wirtschaft in Afrika. Das dürfte auch die exportierende Industrie aus Deutschland interessieren: Mittelfristig lässt sich erhöhte Nachfrage für importierte Hightech-Güter ebenso erwarten wie deutlich mehr Möglichkeiten zur Investition und Produktion vor Ort.

Die Entwicklung der AfCFTA ist, ebenso wie die anderen Leuchtturmprojekte der Agenda 2063, Gegenstand konkreter Planungen. Auch wenn diese nicht immer ganz genau umgesetzt werden (können), so sind sie dennoch konkret und realistisch genug, um auch für Außenwirtschaftspartner eine gute Grundlage für ihre mittel- und langfristige Markterschließungsstrategien zu bieten.

Die Bundesregierung fördert und komplementiert die Agenda 2063 und auch die AfCFTA gezielt. Mit ihrem Marshallplan für Afrika, mit Reformpartnerschaften mit einer Reihe von Ländern, und mit Programmen wie der Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung sowie dem Entwicklungsinvestitionsfonds wird sowohl die lokale wirtschaftliche Entwicklung in Afrika als auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Unternehmen aus Deutschland und Europa substanziell gefördert.

Der SPECTARIS-EZ-Scout berät gerne, wenn Sie in die Thematik tiefer einsteigen möchten.


Kostenfreie Beratung zum Thema Gesundheitswirtschaft Marokko im Rahmen des Pilotprojekts des Wirtschaftsnetzwerks Afrika

Kostenfreie Beratung zum Thema Gesundheitswirtschaft Marokko im Rahmen des Pilotprojekts des Wirtschaftsnetzwerks Afrika

Im Rahmen des Pilotprojekts Gesundheitswirtschaft Marokko können Unternehmen mit Interesse am marokkanischen Gesundheitsmarkt eine kostenlose Beratung im Umfang von maximal 40 Stunden in Anspruch nehmen. Die Beratungsleistung wird hierbei durch KPMG in Zusammenarbeit mit der AHK Marokko erbracht und ist durch das BMWi finanziert. Die konkreten Beratungsangebote werden im Sinne eines Pilotprojekts dabei ganz an Ihrem Bedarf ausgerichtet. Gerne können Sie unter „deprojektmarokkokpmgcom“ ein telefonisches Erstgespräch vereinbaren.

Darüber hinaus ist für den 6. Oktober 2020 eine Netzwerkveranstaltung mit interessierten Unternehmen, Experten für den marokkanischen Gesundheitsmarkt und lokalen Vertriebspartnern in München geplant. Unter „de-projektmarokkokpmgcom“ können Sie sich als Teilnehmer vormerken lassen.

Weitere Informationen: Projektflyer Marokko Gesundheitswirtschaft

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