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SPECTARIS vereint den Hightech-Mittelstand Deutschlands, dessen Produkte auf Optik und Präzisionstechnik basieren.
Der SPECTARIS-Fachverband Consumer Optics vereinigt Hersteller und Großhändler von Brillengläsern, Brillenfassungen und Zubehör
Der SPECTARIS-Fachverband Photonik vertritt Hersteller von Lasern und Optischen Komponenten
Der SPECTARIS-Fachverband Medizintechnik vertritt Unternehmen des Investitionsgüter- und Hilfsmittelsektors
Die SPECTARIS-Fachgruppe Analysen-, Bio- und Labortechnik vertritt Hersteller von Laborgeräten

Veranstaltungen

Auf der diesjährigen LASER World of Photonics lud SPECTARIS das Fachpublikum zum Expertenforum „Photonics 4.0: Lichttechnische Lösungen für die Zukunft“ ein. Innerhalb dieses Forums prognostizierten die Experten, welche Veränderungen in der Produktion notwendig sind, um im Zeitalter der Digitalisierung erfolgreich zu sein. Im Eröffnungsvortrag präsentierte Dr. Franz Reischer (Produktmanager Marketing, Mahr), wie die Produktion mittels einer smarten Messtechnik und einer konsequenten digitalen Verzahnung der intelligenten Maschinen mit den Produkten schneller und flexibler gestaltet werden kann. Professor Joachim Berlak, Geschäftsführer von software4production, zeigte, welchen Einfluss die Industrie 4.0 auf die Fertigung individueller Optiken haben kann. Anschließend veranschaulichte Professor Reinhart Poprawe, Leiter des Fraunhofer Instituts für Lasertechnik, welches Potential die heutige Lasertechnik für die industrielle Produktion hat. Güngör Kara (Director of Global Application and Consulting, EOS) spezifizierte dies am Beispiel der Additiven Fertigung.

Produktion und Geschäftsmodelle in der digitalen Zukunft

Auch in der anschließenden Diskussionsrunde stand die Digitalisierung der Produktion im Mittelpunkt. Nach Poprawe hat sich die Photonik-Branche dabei sehr auf die Industrie fokussiert. Doch es gehe hier eigentlich um die Integration der Photonik in die gesellschaftlichen Entwicklungen der Zukunft.
Alle Diskutanten waren sich einig, dass sich die Produktion noch stark verändern wird. Kara postulierte: „Zukünftig wird es nur noch zwei Arten von Jobs geben. Job Nummer eins ist, dass wir dem Computer sagen, was er zu tun hat. Job Nummer zwei ist, dass der Computer uns sagt, was wir zu tun haben. Und es wird deutlich mehr Typ-2-Jobs geben als Typ 1.“ Aber auch die Serviceleistungen werden eine viel größere Bedeutung für die stets komplexer werdende Maschinenwelt bekommen, so Poprawe. Hier habe Deutschland einen echten Standortvorteil mit einer großen Kompetenz auf der B2B-Ebene zwischen Betrieben, die der Endkunde niemals sieht. Deutschland habe eine der weltweit führenden Hightech-Plattformen der Ausrüsterindustrie. Laut Berlak werden sich auch Geschäftsmodelle ändern. So wird der Maschinenbau durch vernetzte Dienstleistungen ergänzt oder gar punktuell ersetzt. Hier stecken Chancen, aber auch Risiken.

Nicht nur Nachwuchskräfte müssen gefördert werden

Nicht nur Nachwuchskräfte müssen gefördert werden
So sieht Kara aktuell vor allem einen Mangel an Mitarbeitern. Gesucht werden Applikationsingenieure, die den Laserprozess bedienen können, sich in Metallurige sowie Produktionsprozessen auskennen und sehr kommunikativ beim Kunden auftreten. Solche Leute seien schwer zu finden. Bei dem Stichwort Ausbildung des Nachwuchses beschreibt Poprawe das Ziel der RWTH Aachen mit „Research for Factory“. Die Idee sei eine Ausbildungsstruktur mit unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen. Berlak betont auch, dass heutzutage agile Teams mit wenigen, aber dafür richtig guten Leuten gefragt sind. Nur durch eine kluge personelle Struktur können die Teams, die auftretenden komplexen Aufgabenstellungen schnell und flexibel lösen. Doch nicht nur der Nachwuchs muss gefördert werden. Obwohl das derzeitige Tagesgeschäft der Mittelständler relativ gut läuft, geht es auch da ohne Förderungen nicht. Reischer erklärt, dass die Förderungen sowohl für die Weiterentwicklung bestehender Produkte als auch für Zukunftsthemen genutzt werden. Laut Kara könne aber noch viel stärker gefördert werden, sodass Mittelständler auch Themen adressieren können, zu denen sie aus eigener Kraft gar keinen Zugang hätten.

Die interaktive Vernetzung als Schlüssel zum Erfolg

Des Weiteren wird diskutiert, ob Deutschlands Vorreiterrolle sich bald in Richtung Asien verlagert. Die heutigen chinesischen Laser-Messen präsentieren mittlerweile eine große Anzahl an lokalen Herstellern. „Das ist eine unglaubliche Herausforderung. Denn an vielen Stellen ist weniger auch genug“, so der in China lehrende Poprawe. „Das kann natürlich nicht unsere Strategie in Deutschland sein. Hier werden wir immer versuchen, den High-End-Markt neu zu erfinden und zu bedienen.“ Nach seiner Überzeugung kann die deutsche Industrie die immer schneller werdenden Prozesse bewerkstelligen, wenn die Netzwerke sowie das Umfeld richtig genutzt werden. Die bestehende Vernetzung ist der Schlüssel zum Erfolg, waren sich alle Diskutanten der Runde abschließend einig. Verbände wie SPECTARIS sollten weiterhin das Networking in den Fokus stellen, um die einzelnen Partner miteinander zu verbinden. Durch diese Zusammenführung der Potenziale entstehen neue Ideen und Chancen für deren Umsetzung entwickeln sich. Diese Katalysatorwirkung sei ein äußerst positiver Aspekt. Kara konstatierte: „Obwohl alles digital ist, leben wir immer noch in einer interaktiven, analogen Welt.“

Ansprechpartner

Dr. Wenko Süptitz
Leiter Fachverband Photonik
Fon 0 30 41 40 21-25
Dr. Franziska Fischer
Projektmanagerin Photonik / Regulatory Affairs
Fon 0 30 41 40 21-26