SPECTARIS-INFOLETTER
Ausgabe 08/2014

Russland: Genereller Importstopp deutscher Medizintechnik gelockert

Einheimische Unternehmen werden bei Ausschreibungen bevorzugt

Laut Germany Trade and Invest (GTAI) vermeldete die russische Industrie- und Handelskammer, dass ausländische Medizinprodukte nicht von einem Importstopp Russlands betroffen seien. Sehr wohl sollen Hersteller aus Russland, Belarus und Kasachstan bei öffentlichen Ausschreibungen bevorzugt werden. Sollten diese keine Angebote abgeben, dürften sich jedoch auch ausländische Unternehmen beteiligen.

Noch im März 2014 hatte das Industrie- und Handelsministerium der Russischen Föderation einen Entwurf für die Regierungsverordnung veröffentlicht. Darin fanden sich 67 medizintechnische Artikel, bei denen ausländische Produzenten von der Teilnahme an staatlichen Tendern ausgeschlossen werden sollten. Die Artikelliste umfasst neben sterilen Kompressen auch Hightech-Ausrüstung wie etwa Computertomographen und Defibrillatoren. Darüber hinaus sollte auch Technik verboten werden, die zu mehr als der Hälfte aus ausländischen Komponenten besteht.

Die Umsätze der deutschen Medizintechnikunternehmen in Russland sank in 2013 bereits um mehr als 28 Prozent auf 911 Millionen Euro. Aktuell im ersten Halbjahr 2014 sank der Umsatz um fast 35 Prozent auf 298 Millionen Euro verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.

Aktuelle Informationen zu EU-Russland-Sanktionen

Aus aktuellem Anlass hat die Germany Trade and Invest (GTAI) die Website www.gtai.de/russland-sanktionen eingerichtet. Die Info-Seite behandelt nicht nur die aktuellen Sanktionen und russischen Retorsionsmaßnahmen, sondern umreißt die aktuelle Wirtschaftslage in Russland und skizziert erste Auswirkungen auf verschiedene Branchen. Daneben gibt sie Hinweise zur Absicherung von Exporten nach und Investitionen in Russland und weist auf Unterstützungsmöglichkeiten bei kurzfristigen Liquiditätsengpässen hin.

Ansprechpartner

David Santorum
Projektassistent Außenwirtschaft und Exportförderung
Fon 0 30 41 40 21-58