SPECTARIS-INFOLETTER
Ausgabe 12/2014

Medizintechnikindustrie spricht sich für Freihandelsabkommen mit den USA aus

Die Medizintechnikindustrie spricht sich für ein Handelsabkommen zwischen der EU und den USA aus. Die „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ (TTIP) kann für die stark exportorientierte, deutsche Medizintechnikindustrie zusätzliche Wachstumspotenziale heben. Außerdem bietet das Freihandelsabkommen die Chance, die gegenseitige Anerkennung von Zertifizierungs- oder Marktzugangsverfahren für Medizinprodukte in den USA und der EU weiter voranzubringen.

An oberster Stelle stehen für die deutschen Medizinprodukteunternehmen der Erhalt der hohen Versorgungsqualität sowie die Sicherheit für die Patienten. In dem sensiblen Bereich Gesundheit darf es kein bedingungsloses Wachstum auf Kosten der Qualität und Patientensicherheit geben. Allerdings: Mit Blick auf das große Wachstumspotenzial des Zukunftsmarktes Gesundheit stellen bürokratische, doppelte Marktzugangsverfahren derzeit das bedeutendste Handelshemmnis für die Medizintechnikunternehmen dar. Daher fordert der Verband im Rahmen der Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen eine gegenseitige Anerkennung sowie eine Standardisierung der Marktzugangsverfahren nach dem Motto „approved once, accepted everywhere“.

Da rund 95 Prozent der deutschen Medizintechnikunternehmen dem Mittelstand angehören, begrüßt SPECTARIS, dass das transatlantische Handelsabkommen ein spezielles Kapitel für KMU enthalten soll. Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auf die Vereinfachung der Zollverfahren und die Ausarbeitung von wirksamen Ursprungsregeln gelegt werden. Schließlich erwartet die deutsche Medizintechnikindustrie ein insgesamt deutlich transparenteres Verfahren der Verhandlungen, um rechtzeitig auf negative Konsequenzen für Qualität und Sicherheit in der Gesundheitsversorgung hinweisen und diese verhindern zu können. Der insbesondere in Deutschland so kritisch gesehene Investorenschutz werde auch von der deutschen Medizintechnikindustrie als nicht zwingend erforderlich in einem Freihandelsabkommen zwischen zwei Partnerregionen mit funktionierenden Rechtssystemen angesehen.

Auf Basis einer Umfrage unter den Mitgliedern des SPECTARIS-Fachverbandes Medizintechnik und der großen wirtschaftlichen Bedeutung, die der Handel mit medizintechnischen Produkten sowohl für die USA als auch für Deutschland hat, hat SPECTARIS seine Erwartungen an ein Freihandelsabkommen in einem Positionspapier formuliert. Dieses und weitere branchenrelevante Informationen zu TTIP finden Sie unter www.spectaris.de/ttip.

Ansprechpartner

Marcus Kuhlmann
Leiter Fachverband Medizintechnik
Fon 0 30 41 40 21-17