Ausgabe Mai 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,

wie jedes Jahr war es ein groß inszenierter Moment, als die Bundeskanzlerin das Gutachten der Expertenkommission Forschung und Entwicklung überreicht bekam. Doch nach eingehender Lektüre bleibt auf unserer Seite vor allem reichlich Kritik an den Inhalten des Gutachtens. Lesen Sie dazu unseren Brennpunkt! Dagegen zeigt eine neue Studie des Bundeswirtschaftsministeriums die positive Rolle der beiden Programme „Industrielle Gemeinschaftsforschung“ (IGF) und „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand“ (ZIM). SPECTARIS fordert bereits seit längerem eine deutliche finanzielle Aufstockung der Forschungsförderinstrumente. Wenn auch die Bundesregierung die positiven Effekte erkennt, muss sie daraus auch Konsequenzen ziehen und unserer Forderung folgen.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Jörg Mayer, Geschäftsführer SPECTARIS


BRENNPUNKT

EFI-Gutachten ist eine Enttäuschung für unsere Branchen

SPECTARIS und unser Partner F.O.M., die Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik e.V., blicken kritisch auf das aktuelle Gutachten der Expertenkommission Forschung und Entwicklung der Bundesregierung. So fehlen z.B. Ansätze zur Umsetzung der bereits seit vielen Jahren geforderten steuerlichen Forschungsförderung. Nicht zu finden im Gutachten sind Handlungsempfehlungen zur benötigten Aufstockung der beiden Technologietransfer-Vorzeigeprogramme des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) und der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF), wie von SPECTARIS gefordert. Liest man das EFI-Gutachten, kann man darüber hinaus den Eindruck bekommen, der Fachkräftemangel existiere nur im IT-Bereich. Ebenso erweckt das Gutachten den Eindruck, das Thema Nachwuchsförderung sei ausreichend adressiert, wenn die Förderung der Ingenieurs-Ausbildung an Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften ausgebaut würde. Diese Fokussierungen sind nicht hilfreich. Aus Sicht unserer Branchen ist das EFI-Gutachten 2018 eine Enttäuschung. Waren doch die Optischen Technologien bis vor kurzem als bedeutende Schlüsseltechnologie und Innovationstreiber im angemessenen Fokus von Förderinstrumenten, verlagert sich gegenwärtig der Förderschwerpunkt signifikant auf den kleinen und noch anwendungsfernen Teilbereich der Quantentechnologie. Mehr


DIE ZAHL DES MONATS

8,71 Milliarden Euro haben die 330 deutschen Hersteller von Analysen-, Bio- und Labortechnik im Jahr 2017 umgesetzt. Das entspricht einem Zuwachs von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einer der Gründe für die erfreuliche Branchenentwicklung ist die Vielfalt der Anwendungsbereiche der Analysen-, Bio- und Labortechnik.


DAS INTERVIEW DES MONATS

„Der Laser ist nicht mehr wegzudenken“

Der 16. Mai wird zum Internationalen Tag des Lichts. Die UNESCO stellte den neuen Aktionstag auf ihrer Generalkonferenz im letzten Jahr vor. Mit einer breiten Palette von Veranstaltungen und Aktivitäten soll künftig alljährlich das Bewusstsein für die Bedeutung des Lichts geschärft werden, das im Leben jedes Menschen und unter anderem in der Wissenschaft, Kultur, Kunst, Bildung, Medizin, Kommunikation und Energienutzung eine so große Rolle spielt. Anlässlich der Premiere am 16. Mai 2018 sprach SPECTARIS mit Dr. Lutz Möller, dem stellvertretenden Generalsekretär und Leiter des Fachbereichs Nachhaltige Entwicklung und Wissenschaft der Deutschen UNESCO-Kommission. Dabei machte Dr. Müller deutlich, dass auch deutsche Unternehmen eingeladen sind, ihre Türen am 16. Mai für die allgemeine Öffentlichkeit zu öffnen, Veranstaltungen durchzuführen und Interessierten ihre Arbeit zu erklären oder sie vielleicht sogar spielerisch daran mitwirken zu lassen. Unser Interviewpartner ist überzeugt: „Der Laser hat unsere Welt substanziell verändert. Vermutlich werden wir künftig noch ganz neue Einsatzfelder entdecken, gerade auch als Instrument dafür, unser Leben auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen nachhaltiger zu machen.“ Mehr


Bundesregierung sollte Forschungsförderprogramme besser ausstatten

Anlässlich einer neuen Studie des Bundeswirtschaftsministeriums zur technologieoffenen Förderung erneuert SPECTARIS seine Forderung nach einer finanziellen Aufstockung der beiden Programme „Industrielle Gemeinschaftsforschung“ (IGF) und „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand“ (ZIM). „Die Studie verdeutlicht die positive Rolle von Angeboten wie ZIM und IGF für den innovativen Mittelstand“, betont SPECTARIS-Geschäftsführer Jörg Mayer. Denn wesentliche Alleinstellungsmerkmale der beiden Programme sorgen für die Entwicklung, Verstärkung und schnelle Ausbreitung neuer Trends sowie für einen effektiven Transfer von Wissen in den Markt und über Branchengrenzen hinweg. „Wenn die Bundesregierung dies erkennt, muss sie auch Konsequenzen hieraus ziehen. Bis zum Ende der Legislaturperiode sollte der IGF-Jahresetat auf 300 Millionen und der ZIM-Etat auf 700 Millionen Euro angehoben werden“, so Mayer. Über den SPECTARIS-Partner F.O.M., der Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik e. V., beteiligen sich aktuell über 40 Mitgliedsunternehmen am IGF-Programm.


Augenoptik-Markt wuchs 2017 um 3 Prozent – aber Fachkräftemangel belastet wirtschaftliche Entwicklung

Die Augenoptik-Branche in Deutschland hat sich 2017 positiv entwickelt. Der Branchenumsatz stieg um knapp 3% auf 6,12 Mrd. Euro. Die Stückzahlentwicklung im Brillengeschäft fiel bei einem Plus von 0,8% allerdings nicht ganz so positiv aus. Insgesamt wurden 12,74 Millionen komplette Brillen verkauft. Der Anteil des Online-/Multichannel-Umsatzes am gesamten Branchenumsatz lag bei – noch immer niedrigen – 4,3 Prozent. 830.000 Brillen wurden 2017 online verkauft. Gut die Hälfte des Online-Umsatzes wird mit Kontaktlinsen erzielt. Der Konzentrationsprozess setzte sich fort: Die Zahl der augenoptischen (stationären) Fachgeschäfte nahm wie schon in den letzten Jahren erneut ab (minus 100 Betriebe). Den zehn umsatzstärksten Filialunternehmen gehörten 2.083 Betriebsstätten – bezogen auf die insgesamt etwa 11.700 Betriebsstätten bedeutet dies einen Anteil von 17,8 Prozent. Deren Umsatzanteil lag wiederum bei 45,5 Prozent. Der Fachkräftemangel belastet auch die Augenoptiker in Deutschland stark. 60% der Geschäfte gaben an, dass dieser die wirtschaftliche Entwicklung ihres Betriebes beeinträchtige. SPECTARIS erfasst zusammen mit dem Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) akribisch alle verfügbaren Marktdaten. Der Fachkräftemangel in diesem Bereich wird auch ein zentrales Thema auf dem nächsten SPECTARIS-Trendforum am 5. November 2018 in Berlin sein.


Ultraviolette LEDs könnten für viele SPECTARIS-Branchen interessant sein

Vom 22. bis 25. April 2018 trafen sich in Berlin Experten aus aller Welt, um während der „International Conference on UV LED Technologies & Applications“ den neuesten Stand der Technik und Anwendung von UV-LEDs zu diskutieren. SPECTARIS war als Medienpartner dabei, da die neuen Entwicklungen für gleich mehrere Verbands-Branchen interessant sind. Die Präsentationen der mit über 200 Teilnehmern sehr gut besuchten Konferenz zeigten dann auch beeindruckende technische Fortschritte der ultravioletten LEDs. Besonders großes Anwendungspotential besteht für das photochemische UV-Härten von Polymeren sowie für die Desinfektion von Wasser und anderen Substanzen. Unzählige weitere Applikationen ergeben sich insbesondere aus den individuell wählbaren Wellenlängen, der Umweltfreundlichkeit und der kompakten Baugröße der UV-LEDs. Mit Fachvorträgen und als Aussteller war das SPECTARIS-Mitgliedsunternehmen Heraeus Noblelight aktiv auf der Konferenz dabei. Das Unternehmen bietet die gesamte Bandbreite an UV-Lichtquellen an. Anwendungspotentiale findet man in der Medizintechnik und in der Analysen-, Bio- und Labortechnik. Auf die besonderen Kundenanforderungen hat sich z.B. UV Photonics aus Berlin spezialisiert. Dazu gehören unter anderem die medizinische Phototherapie und UV-Fluoreszenzanalytik, die das Startup mit selbst entwickelten UV-LEDs maßgeschneidert bedient. Foto: Heraeus Noblelight. Mehr


Hohe Exportquote ist der Schlüssel zum Erfolg

So wie in allen SPECTARIS-Branchen bildet in der deutschen Labor-Industrie die hohe Exportquote eine wichtige Basis für das Branchenwachstum. Diese liegt bei den Herstellern von Analysen-, Bio- und Labortechnik bei 52 Prozent. Gut 40 Prozent der deutschen Exporte gehen aktuell in Länder der Europäischen Union. Auf die Geschäfte mit den USA und China entfallen inzwischen 14 bzw. elf Prozent der Ausfuhren. Dank der starken regionalen Diversifizierung sind die Investitionen zur Bewältigung des Wachstums gut angelegt. Den Herstellern gelingt es, sowohl der hohen Bedeutung Europas, der USA und Chinas gerecht zu werden als auch die steigende Nachfrage zahlreicher Schwellenländer zu bedienen. Diese und weitere Fakten bündelt der neue „Trendreport Analysen-, Bio- und Labortechnik 2018“ (Foto), der hier bestellt werden kann und auf der diesjährigen analytica-Messe in München vorgestellt wurde. Nicht nur der strahlende Sonnenschein über die gesamte Messelaufzeit hinweg war dabei ein Grund zur Freude, sondern vor allem die vollen Hallen und stark frequentierten Stände.


Hilfe für den Mittelstand bei der Mammutaufgabe Digitalisierung

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind ein bedeutender Bestandteil der deutschen Wirtschaft, in denen die Mehrheit der Erwerbstätigen in Deutschland arbeitet. Ungeachtet dessen, dass es sich bei diesen Unternehmen um Akteure diverser und vielfältiger Branchen handelt, werden alle vom strukturellen Wandel im Zuge der Digitalisierung tangiert sein. Die Bundesregierung erstellte nun eine Liste über bestehende Programme, die KMUs bei der Umstellung von Prozessen und Produkten unterstützen sollen.  Unter anderem sind folgende Förderprogramme für die SPECTARIS-Branchen interessant:

 

  • Förderschwerpunkt Mittelstand-Digital: Dieser Förderschwerpunkt setzt sich zusammen aus den Förderinitiativen "Mittelstand 4.0 - Digitale Produktions- und Arbeitswelten", "eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern" und "Einfach intuitiv - Usability für den Mittelstand".
  • Digital Hub Initiative: Unterstützt Unternehmen beim Zugang zu Netzwerken aus vielversprechenden Startups und potentiellen Partnern für Digital-Initiativen.
  • Smart Data – Innovation aus Daten: Dabei werden ausgewählte Leuchtturmprojekte unterstützt, die innovative Dienste und Dienstleistungen entwickeln.
  • Smart Service Welt I und II: Die BMBF-Förderinitiative – „KMU-innovativ“: In vielen Bereichen der Spitzenforschung sind KMUs Vorreiter des technologischen Fortschritts. Mit KMU-innovativ will das Bundesforschungsministerium die Beantragung und Bewilligung von Fördermitteln für KMU vereinfachen.
  • Eine weitere Orientierungshilfe bietet die Broschüre „Forschungs- und Innovationsförderung – Ein Wegweiser für kleine und mittlere Unternehmen“.

Bankgeschäfte mit dem Iran – was man beachten sollte!

Trotz des „Implementation Day“, der eine weitgehende Aufhebung der internationalen Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen den Iran nach sich gezogen hat, stellt die Zahlungsabwicklung weiterhin eines der größten Probleme dar, da viele Banken mit Blick auf ihr US-Geschäft weiterhin die Transaktionen verweigern. Einige iranische Banken verfügen mittlerweile über Konten in deutschen Landes- und Regionalbanken und nehmen somit Zahlungen aus dem Iran entgegen. Die Entscheidung über die Annahme liegt jedoch bei der jeweiligen Bank. Zusätzlich besteht diese Option oft nur für Bestandskunden der entsprechenden Banken. Eine Alternative ist es, ein Konto bei einer iranischen Bank in Deutschland zu eröffnen. Jedoch nehmen nur wenige Finanzhäuser Zahlungen von in Europa ansässigen iranischen Banken an oder leisten Zahlungen an diese Banken. Inzwischen besteht in diesem Fall über Kooperationen zwischen iranischen Banken und einigen Volksbanken die Möglichkeit, Transaktionen durchzuführen. Um Ihnen einige Optionen und Ansprechpartner für das Bankgeschäft mit dem Iran in Deutschland aufzuzeigen, hat SPECTARIS die Liste der Banken, die laut Aussagen verschiedener Unternehmen bzw. der Kammern Finanztransaktionen abwickeln, aktualisiert. Diese Liste finden auf unserer Homepage unter www.spectaris.de/iran.


WISSENSRAUM-SEMINARE

Absatzchancen bei internationalen Ausschreibungen – Konsortialbildung und Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen

15.05.2018, Berlin | Dieser Workshop gibt einen praxisbezogenen Überblick über die Möglichkeiten, die sich für KMU bei internationalen Ausschreibungen bieten. Mehr Informationen finden Sie hier.

DIN ISO 10110-7 und DIN ISO 14997 − Oberflächenunvollkommenheiten: Prüfverfahren und Angaben auf Zeichnungen

16.05.2018, Frankfurt/Main | Im Rahmen der Optatec 2018 laden DIN und SPECTARIS zu einem gemeinsamen Workshop über die internationalen Normen ISO 10110-7 bzw. ISO 14997 und die bald erwarteten deutschen Publikationen zur Angabe von Oberflächenunvollkommenheiten in optischen Elementen sowie zu Prüfverfahren ein. Weitere Informationen finden Sie hier.


TERMINKALENDER

Den aktuellen SPECTARIS-Terminkalender finden Sie hier