SPECTARIS-INFOLETTER
Ausgabe 12/2011

Galliumarsenid: Treffen in Berlin

Auf Einladung von SPECTARIS fand am 5. Dezember ein Treffen des Gallium Arsenide Industry Teams (GAIT) statt. In diesem Industriekonsortium setzen sich Hersteller und Anwender von Galliumarsenid gemeinsam für eine wissenschaftlich angemessene CLP-Einstufung des Stoffes ein.

Galliumarsenid wurde durch die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) im Rahmen der CLP-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures) als „sehr gefährlich“ (krebserregend und reprotoxisch) eingestuft, was mittelfristig zu massiven Einschränkungen der Verwendung des Stoffes führen könnte (z.B. Listung des Stoffes auf der REACH-SVHC-Liste).

Das GAIT setzt sich für eine Neubewertung der Einstufung ein, die neue wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt. Durch ein Treffen mit DG Enterprise und DG Environment in der Europäischen Kommission im September wurde bewirkt, dass das Risk Assessment Committee (RAC) der ECHA in Hinblick auf die Karzinogenität eine erneute Einstufung von 1a auf 1b vornehmen musste. Leider wurde die von der BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und im RAC für Deutschland verantwortliche Behörde) vorgeschlagene Beschränkung der Einstufung auf einatembare Stäube nicht angenommen.

Auch was die potentielle Reprotoxizität von Galliumarsenid angeht, wurde das RAC von der EU-Kommission aufgefordert, die Einstufung erneut zu überprüfen. Mittlerweile ist die Stoffbewertung unter REACH für Galliumarsenid für 2014 geplant. Das GAIT plant die Einreichung eines Annex XV-Dossiers damit die Anregungen der Industrie bei der Stoffbewertung berücksichtigt werden.

Weitere geplante Aktivitäten sind ein Round Table im Bundesministerium für Bildung und Forschung im Januar 2012 sowie die Gründung einer eigenen Geschäftsstelle für das GAIT.

Ansprechpartner

Birgit Ladwig
Leiterin Fachverband
Photonik + Präzisionstechnik /
Analysen-, Bio- und Labortechnik
Fon 0 30 41 40 21-31